Kreatives Arbeiten erfordert eine intensive Beobachtung der Umwelt. Sie geht oft von ganz alltäglichen Gegenständen oder Fundstücken in der Natur aus. Am Anfang steht für Birgit Redl der (oft unbewußte) Wunsch, damit etwas gestalten zu wollen. Bewußtes Nachdenken hilft kaum weiter, sie stellt fest, dass sie noch einiges lernen muß, um das Problem lösen zu können. In der Reifephase beginnt sich im Geiste eine Form zu gestalten. Die Informationen, die der Verstand aufgenommen hat, werden auf der unbewußten Ebene neu zusammengesetzt.

Sie versucht, mit sich selbst geduldig zu sein - und dann, beim Einschlafen, auf dem Nachhauseweg, im Theater kommt die Idee - weiss sie auf einmal, was die Lösung ist; aus den verwirrenden Einzelteilen ist ein Ganzes geworden.
In der vierten und letzten Phase, der eigentlichen manuellen Herausforderung, geht es darum, die gedachte Form in die Realität zu übertragen. Selbstkritisch muß die Idee überprüft, geändert und umgesetzt werden. Sie versucht, ihre Arbeit inhaltlich sehr vielfältig zu gestalten, nutzt jede Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Zu überlegen ist immer, ob Konflikte nicht durch Flexibilität und Offenheit gelöst werden können. Sie hat gelernt, allein zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Immer aber spiegelt das Ganze die Ursprünglichkeit der Idee des Kleinen - Gefundenen - wider.